Siershahn Wandmalerei Detail_k

Zeichnen bezeichnet Ulrich Lebenstedt als seine „Schule des Sehens“. Seine Malereien sind Abstraktionen, Synthesen des Gesehenen. Anlässlich seines 75. Geburtstages zeigt die Tufa noch bis zum 14. Juni im 2. Obergeschoss eine Auswahl von freien, nicht architekturbezogenen Zeichnungen, Collagen, Malereien und Plastiken der letzten Jahrzehnte. Außerdem wird ein Buch über Lebenstedts Werk vorgestellt.

Wie kamen Sie zur Kunst?

Wenn man einen Vater hatte, der als freischaffender Bildhauer tätig war, und wenn man statt Kinderbüchern nur Bücher über alte und moderne Kunst hatte, prägt das. Und wenn man, so wie das früher war, vom Vater gesagt bekam: „Und wenn du die Malerlehre abgeschlossen hast, gehst du zum Studium zur Werkkunstschule nach Trier“. Also diese autoritäre Lenkung war, im Nachhinein besehen, nicht schlecht.

Gibt es Künstler, die Sie inspirieren/inspiriert haben?

In den Vorlesungen wurde uns die gesamte Kunstgeschichte beigebracht. Diesen Hintergrund braucht man. Das Werk der französischen Kubisten und das von Paul Klee beeinflusst mich sehr.

Autodidakt oder Ausbildung/Studium?

An der Werkkunstschule Trier bekam ich ein professionelles Vollstudium in handwerklicher und künstlerischer Weise. Nur an Kursen teilzunehmen führt vielfach zum Dilettantismus.

Gibt es ein Kunstwerk, das Sie bewundern?

Eins? Tausende!

Mit welcher/n Technik/en arbeiten Sie?

Ich male mit allen Farben, auch mit Keramikfarben. Ich gestalte Plastiken und Reliefs mit Ton. Bei den Wandbildern verwende ich Keramik, Lackfarben, Naturstein und Stahl.

Was gibt Ihnen Kunst?

Kunst ist mein Lebenselixier.

Was ist ihr künstlerischer Antrieb?

Neugier, Gestaltungswille … Und Kunst macht aufmerksamer.

Wie beurteilen Sie die Künstlerszene in Trier?

Fachhochschule und Europäische Akademie führen in Trier sehr viele Menschen zur Kunst. Daher gibt es hier sehr viele Leute, die mit Verständnis und Liebe der Kunst gegenüberstehen.

Wie lässt es sich in Trier als Künstler arbeiten?

Ich glaube, nie in unserer Geschichte gab es so viele Chancen, kreativ tätig zu sein. Aber, wenn man das beruflich macht, muss man seine Sache richtig gut erlernt haben. Von der Kunst zu leben gelingt nur Geschäftsleuten.

046B_kWo kann man Ihre Werke sehen?

In vielen öffentlichen Gebäuden: Die Ausgestaltung der St.-Peter-Kirche in Ehrang, die Wandbilder im Balthasar-Neumann-Technikum Trier, die Wandmalereien im zentralen Treppenhaus des Humboldt-Gymnasiums Trier, die Keramikwandbilder im Untergrundbahnhof Ismaning/München und viele mehr. Jetzt bin ich dabei, im Foyer der IGS Salmtal Wände und Fußboden zu gestalten. Mehr zu sehen gibt es auf meiner Website.

Wo würden Sie gerne mal ausstellen?

In den Keramikmuseen Deutschlands.

Ulrich Lebenstedt wurde 1940 in Wittlich geboren. Seine Jugend verbrachte er im Bildhaueratelier des Vaters, der ihm das Zeichnen beibrachte. Nach einer Handwerkslehre als Anstreicher studierte Lebenstedt an der Werkkunstschule Trier Malerei und Flächengestaltung. Dazu gehörten Mosaik- und Lacktechniken und Glasmalerei. Nach dem Abschlussdiplom entwarf er in der Keramikindustrie Wandgestaltungen und Fliesen. Diese Erfahrungen mündeten ab 1990 in eine völlige Selbständigkeit, in der viele Kunstwerke an öffentlichen Gebäuden entstanden. Das eigene Atelierhaus in Biewer bietet ihm alle Voraussetzungen für die Realisierung künstlerischer Ideen.

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